Ratgeber · Photovoltaik

Photovoltaik Kosten 2026: Was eine PV-Anlage in Norddeutschland wirklich kostet

Eine schlüsselfertige 10-kWp-Anlage mit Speicher liegt 2026 bei rund 17.000 bis 24.000 Euro. Was den Preis wirklich treibt, wo Sie sparen können und ab wann sich die Anlage rechnet.
Aktualisiert am 12. August 2026 · Lesezeit 8 Minuten · Smart PV Solution, Stuhr

Was kostet eine Photovoltaikanlage 2026?

Der Preis pro Kilowattpeak ist in den vergangenen Jahren deutlich gefallen. Das Fraunhofer ISE weist für März 2026 einen Durchschnitt von rund 1.015 Euro pro kWp aus. Für ein typisches Einfamilienhaus in Norddeutschland ergeben sich daraus diese Größenordnungen:

  • PV-Anlage ohne Speicher (10 kWp): rund 12.000 bis 17.500 Euro
  • PV-Anlage mit 10-kWh-Speicher: rund 17.000 bis 24.000 Euro schlüsselfertig
  • Stromspeicher separat: rund 4.000 bis 8.000 Euro für 10 kWh

Wichtig: Auf Photovoltaikanlagen für Wohngebäude fällt seit 2023 keine Mehrwertsteuer an. Die genannten Preise sind damit Endpreise, keine Nettopreise.

Diese fünf Faktoren bestimmen den Preis

Zwei Angebote über dieselbe Anlagengröße können 5.000 Euro auseinanderliegen. Das liegt selten am Modulpreis – die Module machen heute nur noch etwa ein Viertel der Gesamtkosten aus.

1. Dachtyp und Eindeckung

Ein Satteldach mit Ziegeln ist der Standardfall. Trapezblech, Bitumen oder ein Flachdach mit Aufständerung brauchen andere Montagesysteme und mehr Zeit. Bei einem Reetdach – in Norddeutschland keine Seltenheit – kommen Brandschutzauflagen dazu.

2. Zustand des Zählerschranks

Das ist der häufigste versteckte Kostenpunkt. Ältere Zählerschränke erfüllen die aktuellen Normen nicht mehr und müssen getauscht werden. Rechnen Sie mit 1.500 bis 3.000 Euro. Ein seriöses Angebot benennt diesen Posten vor Vertragsschluss – nicht als Nachtrag auf der Schlussrechnung.

3. Kabelweg zum Wechselrichter

Liegt der Technikraum im Keller und die Anlage auf dem Dach eines dreigeschossigen Hauses, ist der Kabelweg lang. Jeder Meter kostet Material und Arbeitszeit.

4. Speichergröße

Der Speicher ist nach den Modulen der größte Einzelposten. Zur richtigen Dimensionierung weiter unten mehr.

5. Wer montiert

Anlagen von Vertriebsfirmen mit Subunternehmern sind oft teurer als vom Fachbetrieb mit eigenen Monteuren – bei gleichzeitig schlechterer Erreichbarkeit im Servicefall.

Lohnt sich ein Speicher?

Ohne Speicher verbrauchen die meisten Haushalte etwa 25 bis 30 Prozent ihres Solarstroms selbst. Der Rest geht ins Netz – zu einer Vergütung, die deutlich unter dem Strompreis liegt. Mit einem passend dimensionierten Speicher steigt die Eigenverbrauchsquote auf 60 bis 70 Prozent.

Die Rechnung ist einfach: Jede selbst verbrauchte Kilowattstunde spart den vollen Bezugspreis. Jede eingespeiste bringt nur die Einspeisevergütung. Je weiter diese beiden Beträge auseinanderliegen, desto mehr spart Ihnen der Speicher.

Einspeisevergütung 2026

Seit dem 1. August 2026 gelten für neue Anlagen bis 10 kWp:

  • Teileinspeisung: 7,70 Cent pro kWh
  • Volleinspeisung: 12,22 Cent pro kWh

Für Anlagen zwischen 10 und 40 kWp sinken die Sätze auf 6,66 beziehungsweise 10,25 Cent. Der bei Inbetriebnahme gültige Satz ist 20 Jahre lang garantiert – eine Verschiebung um wenige Wochen kann also über zwei Jahrzehnte wirken.

Ab wann rechnet sich die Anlage?

Bei realistischen Annahmen – 10 kWp, Speicher, Eigenverbrauch um 65 Prozent, Strompreis um 35 Cent – liegt die Amortisation typischerweise bei etwa neun Jahren. Die Module haben eine Leistungsgarantie über 25 bis 30 Jahre. Nach der Amortisation produziert die Anlage also noch weit über ein Jahrzehnt praktisch kostenlosen Strom.

Drei Dinge verschieben diese Rechnung spürbar nach vorn: eine Wärmepumpe, die Ihren Eigenverbrauch erhöht, eine Wallbox für das E-Auto und ein Haushalt, der tagsüber besetzt ist.

Häufige Fragen

Was kostet eine PV-Anlage pro Quadratmeter Dachfläche?

Ein modernes Modul mit rund 480 Wp braucht etwa 2 Quadratmeter. Für 10 kWp benötigen Sie also grob 40 bis 45 Quadratmeter nutzbare Dachfläche. Über die Fläche zu rechnen ist allerdings ungenau – maßgeblich sind Ausrichtung, Neigung und Verschattung.

Gibt es 2026 noch Förderung für Photovoltaik?

Die zentrale Förderung ist die Einspeisevergütung nach dem EEG plus der Wegfall der Mehrwertsteuer. Dazu kommen zinsgünstige KfW-Kredite und in einigen Kommunen regionale Zuschüsse. Wir prüfen die für Ihre Adresse verfügbaren Programme im Beratungsgespräch.

Wie lange dauert die Installation?

Die Montage selbst dauert bei einem Einfamilienhaus meist ein bis zwei Tage. Vom Auftrag bis zur Inbetriebnahme vergehen je nach Netzbetreiber und Zählerwechsel typischerweise sechs bis zwölf Wochen.

Lohnt sich Photovoltaik in Norddeutschland überhaupt?

Ja. Der Ertragsunterschied zwischen Bremen und Süddeutschland liegt bei etwa 10 Prozent – deutlich weniger, als viele annehmen. Ausrichtung, Neigung und Verschattung Ihres Daches haben einen größeren Einfluss als der Standort innerhalb Deutschlands.

Was kostet Ihre Anlage konkret?

Wir rechnen Ihnen Ihr Dach durch – kostenlos, unverbindlich und mit ehrlichen Zahlen statt Wunschrendite.
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